Das Wetter an der Adria

Zyklone und Antizyklone

Die Veränderungen des Wetters wird von der Reihenfolge von Zyklonen und Antizyklonen über Mittel- und Südeuropa bestimmt. Die gewöhnliche Richtung der Bewegung von Zyklonen erfolgt über die Adria von West nach Ost. An ihrer Vorderseite bringen sie die Winde der südlichen Richtungen mit (dann weht die Adria entlang des Schirokkos/Jugo) und mit dem Schirokko kommt die warme und feuchte Luft, weswegen das Wetter wolkig und regnerisch ist. Nach der Zyklone mit der Verstärkung von der Antizyklone und mit ihrer Verbreitung über das europäische Festland in Richtung Osten hat der Wind nordöstliche Richtung und bringt die kalte und trockene Luft; die Bora treibt Wolken auseinander und danach, wie auch nach der zeitweiligen Abkühlung, stabilisiert sich das Wetter. Bis zur Ankuft einer neuen Zyklone überwiegt das unbewölkte und stille Wetter, im Sommer mit dem mäßigen, täglichen Wind- Mistral (Maestral). Dieser Rhythmus der Veränderungen ist für die Adria üblich und hängt meistens davon ab, wie oft und mit welcher Umlaufbahn die Zyklonen kommen. Im Sommer sind sie selten und strömen meistens nördlich der Adria.

Unterschiede im Sommer und im Winter

Im Sommer sind die Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden milder - zwei Adriahälfte verbinden sich in ein einzigartiges Klimagebiet mit vielen warmen und sonnigen Tagen, mit hohen Tagestemperaturen, die von dem angenehmen Mistral gemildert werden, mit niedriger Feuchtigkeit und nicht zu warmen Nächten. Die Temperatur des Meeres beträgt in der ganzen Adria zwischen 24° und 26°C. Ende des Sommers werden diese Unteschiede merkbarer; zuerst in der Nacht, während die täglichen Temperaturen noch eine Zeitlange gleich sind. Kältere Nächte verursachen die Veränderung der Meerestemperatur, die im September am Norden immer niedriger wird. Einen Monat später wird das Meer vor Istrien kälter, bis zu 18°C und weniger, während im Süden die Temperatur immer noch 22°C betragen kann.

Gezeiten, Meeresströmungen und Wellen

Flut und Ebbe haben in der Adria relativ kleine Amplituden und beeinflussen die Sicherheit der Fahrt nicht wesentlich. Einen beträchtlichen Einfluss übt auf sie den atmosphärischen Luftdruck. Die Meeresströmungen sind schwach und stellen kein Problem bei der Navigation dar. Auf sie ist dennoch zu achten, da sie in manchen engen Kanälen und Durchfahrten die Geschwindigkeit von sogar 4 Kn erreichen. Die Wellen in der Adria sind nicht so hoch wie etwa die Wellen in den Ozeanen. Der Schirokko/Jugo erzeugt höhere Wellen als die Bora, also die Wellen der Bora sind um die Hälfte kürzer, aber gleichzeitig sind die Amplituden beträchtlich unregelmäßiger. Daraus erfolgt, dass der Schiffsrumpf viel größere Anstrengungen bei diesen Wellen ertragen muss.

Nevera

An der Adria ist das Unwetter/Nevera neben Bora sicher die unangenehmste Erfahrung. Das Unwetter/Nevera kommt meistens sehr schnell vom Westen, vom offenen Meer und dauert kurz. Die Nevera erscheint fast ausschließlich im Sommer, beträchtlich öfter Anfang Herbst. Auf das kleinste Vorzeichen einer Nevera sollte man ohne Aufschieben etwas vornehmen, denn es bleibt wenig Zeit. Es wäre das Beste die Nevera zu vermeiden und ihr zu entkommen.