Winde an der Adria

Die ganze Ostküste der Adria zeichnet sich durch spezifische und lokal begrenzte Phänomene von Wetterwechsel aus, wobei die Winde der Adria das wichtigste Element beim Segeln sind.

Die Windrose an der Adria besteht aus den folgenden Winden: Schirokko/Jugo (Südostwind), Bora (Nordostwind), Mistral/Maestral (Nordwestwind), Tramontana (Nordwind), Levante (Ostwind), Oštro (Südwind) und Lebić (Südwestwind). V.a. ist unser Ziel, Ihnen die Winde der Adria so vorzustellen, damit Sie sie erkennen können und ihre Kraft nutzen können, um rechtzeitig zu reagieren und sich, Ihre Crew und das Schiff in Sicherheit zu bringen.

Bora – der kalte Wind der Adria

Der Bora-Wind ist ein kalter Wind, der sich von den Küstengipfeln hinabstürzt und dabei Gischt erzeugt, die die Sichtverhältnisse auf See stark beeinträchtigt. Die Bora wird durch Wolken angekündigt, die wie eine Wolkenmütze an den Gipfeln der Küstengebirge Velebit, Mosor und Biokovo haften. Im Durchschnitt weht die Bora 3 Tage und bringt kalte und schwere Luft mit sich. Da sie in böigen Stößen weht, kann sie sehr unangenehm und unberechenbar sein. Wenn Sie keine Erfahrungen haben, suchen Sie auf jeden Fall nach dem nächsten Hafen. Für einen besonders starken Bora-Wind bekannte Gebiete sind: die Bucht von Triest, der Kanal von Velebit, der Kanal von Vinodol, die Bucht von Novigrad, das Umfeld von Šibenik und Split sowie von Makarska (das Gebiet am Fuße des Biokovo-Gebirges), die Bucht von Žuljana auf der Halbinsel Pelješac, das Delta des Neretva-Flusses und die Bucht Risanski Zaljev in der Bucht von Kotor. Eine relativ schwache Bora weht an der Westküste Istriens, im Gebiet südlich von Biograd bis Trogir, an der Küste von Poljica bis Dugi Rat, sowie an der montenegrinischen Küste. Man könnte sagen, das die Bora am schwächsten dort ist, wo die Küstengebirge niedriger als 600 Meter sind oder wo sie von der Küste mehr als 4 Kilometer entfernt sind.

Jugo/Schirokko – der warme Wind der Adria

Der Schirokko entsteht im Zusammenhang mit einem Tiefdruckgebiet und weht aus Südosten über den adriatischen Raum. Mit ihm kommen Wolken und Regen. In der Regel ist er schon zwei bis drei Tage vorher erkennbar. Üblicherweise dauert er etwa 5 bis 7 Tage und im Winter noch länger. Zudem gibt es auch einen trockenen Schirokko-Wind, der mehrere Tage weht und keinen Regen bringt. Im Unterschied zur Bora entwickelt sich der Schirokko stufenweise.

Mistral/Maestral

Der Mistral/Maestral ist ein freundlich gestimmter Wind für Segler und all diejenigen, die im Sommer das Meer genießen, da er die heißen Sommertemperaturen senkt und es durch ihn etwas angenehmer ist. Es handelt sich dabei um einen thermischen Tageswind aus Nordwesten, der aufgrund der unterschiedlich schnellen Erwärmung von Land und Meer entsteht. Gewöhnlich weht er von Frühling bis Herbst, im Juli und August weht er am stärksten. Gewöhnlicherweise erhebt er sich gegen 9 oder 10 Uhr morgens und erreicht seine große Kraft am Nachmittag, um mit dem Sonnenuntergang plötzlich abzuflauen. Der Maestral ist im nördlichen Raum der Adria gewöhnlich schwächer als in seinem südlichen Teil.

Tramontana

Der Name des Nordwindes Tramontana kommt aus dem Lateinischen vertus transmontanus und bedeutet ein Wind, der über die Berge (kommt) herüberweht. Es handelt sich dabei um einen kühleren und mäßig starken Wind (er kann aber auch stark und böig sein), der zudem als Vorbote für schöneres Wetter gilt.

Levant

Der Levante oder auch Levant ist die Bezeichnung für den Ostwind. Diese Namen stammen aus italienischem Wort levante: Ost, das aus dem lateinischen Wort levare: aufheben, hochheben stammt. Es handelt sich dabei meist um einen mäßigen (und nur manchmal starken) Wind, der bewölktes, feuchtes und regnerisches Wetter mit sich bringt. Wenn er stärkere Windstärken erreicht, wird er auch Levantara bezeichnet.

Oštro

Der Oštro oder Loštrac ist ein Südwind. Der Name stammt aus dem Lateinischen auster: Süd. Oštro ist ein warmer und feuchter Wind, der meistens nicht lange anhält, dafür aber erhebliche Stärken entwickeln kann. Ein schwächerer Oštro-Wind wird als Loštrin und ein stärkerer als Loštračina bezeichnet.

Lebić

Lebić oder Garbin ist ein trockener und warmer Wind aus südwestlicher Richtung. Er tritt nach dem Abklingen des Schirokkos auf, wenn sich ein Mittelmeertief vom Meer auf das Festland im westlichen und zentralen Teil Kroatiens verlagert. Dieser Wind ist zwar von kurzer Dauer, kann aber sehr starke Kräfte entwickeln (Lebićada). Er ist nicht nur wegen der Entstehung von Kreuzwellen gefährlich, sondern führt auch zum Anschwellen des Meeres, das in flachen nach Südwesten offenen Häfen zu Überflutungen führen kann. Garbin, grbin, garbinada (aus dem Arabischen gharbi) ist ein starker aber kurzandauernder südwestlicher (oder westsüdlicher) Wind, der unvermittelt aufkommt.


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